Blackout in Spanien im April 2025 – the last call!

Klärung folgender Fragen: 
1. Was ergibt die Analyse des Blackouts aus Sicht des Risikomanagements?
2. Ist ein vergleichbarer Blackout auch in Deutschland möglich? 
3. Welche Schlussfolgerungen können wir in Deutschland als Mittelständler und Bürger aus dem Blackout in Spanien ableiten, um daraus Konsequenzen für das eigene Risikomanagement zu ziehen? 
4. Von Merkel bis Merz: Sind unsere Regierungspolitiker lernfähig?

1. Was ergibt die Analyse des Blackouts in Spanien aus Sicht des Risikomanagements?

(Stand September 2025)

Wie bekannt, kam es auf der Iberischen Halbinsel am 28. April 2025 gegen Mittag zu einem großflächigen mehrstündigen Stromausfall, der im Wesentlichen Spanien und Portugal betraf. Dabei fiel die öffentliche elektrische Energieversorgung komplett aus. Gegen 04:00 der darauf folgenden Nacht befanden sich große Teile Spaniens wieder am Netz.

Erste Ursachenanalysen zu diesem Zwischenfall wurden von den spanischen Energieversorgern und Netzbetreiber bereits veröffentlicht. Die Fertigstellung des endgültigen Abschlussberichts wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen, da es sich im Detail um einen äußerst komplexen Schadensfall handeln dürfte (Zwischenbericht vom 3. Okt. 2025). Nach Angaben des Unternehmerverbandes CEOE geht der wirtschaftliche Schaden in die Milliarden. Personenschäden z. B. durch Ausfall lebenserhaltener Geräte in Altenheimen, Kliniken oder beim Einsatz benzingetriebener Notstromaggregate in geschlossenen Räumen sind auch aufgetreten. 

Nun zu meiner Einschätzung der grundsätzlichen Ursachen des Systemversagens in Spanien aus Sicht eines Projektrisikomanagers unter Berücksichtigung der in der Industrie üblichen Prozesse. 
In Branchen im regulierten Umfeld, wie z. B. der Energietechnik, den Verkehrssystemen Automobil und Luftfahrt oder in der Medizintechnik, werden im Rahmen von regelmäßig vorgeschriebenen Audits oder Assessments der Reifegrad von Projekten, Prozessen oder Organisationen bewertet. In diesen Branchen sind Qualitätsmanagementsysteme vorgeschrieben, deren Vorschriften eingehalten werden müssen!

Analogiebetrachtung zum Stand der Entwicklung der Energieversorgung in Spanien und Deutschland: 
Die erneuerbaren Energien werden in Spanien ähnlich ambitioniert landesweit eingeführt, wie es auch in Deutschland praktiziert wird. 
So wird die aktuelle Stromerzeugung in Spanien von erneuerbaren Energien, insbesondere Wind- und Solarenergie, dominiert, ergänzt durch Kernenergie und Wasserkraft. Der Anteil fossiler Brennstoffe wie Erdgas sinkt stetig und der Ausstieg aus der Kohle ist bereits vollzogen. 
Spanien strebt an, den Anteil erneuerbarer Energien bis 2030 auf 81 % zu erhöhen und plant, bis 2035 aus der Kernenergie auszusteigen. Aktuell sind in Spanien noch sieben Kernkraftwerke in Betrieb. 
Spätestens mit dem Ereignis des Blackouts in Spanien und der damit verbundenen Ursachen- und Schadensanalyse, dürfte vielen Prozessbeteiligten bei den Energieversorgern und Netzbetreibern klar geworden sein, wie komplex und ambitioniert die sogenannte Transformation der Energieversorgung für ein Industrieland ist.

Bezogen auf Deutschland stellen sich mir vor dem Hintergrund des Blackouts in Spanien mit Blick auf die Analogie der Transformation der Energiesysteme in beiden Ländern folgende Fragen: 

  • Hat sich bisher eine für den Prozess der Transformation verantwortliche Institution oder Behörde mit dem Komplexitätsmanagement für diese Herkulesaufgabe befasst?
  • Wurde ein Systems Engineering Prozess zur Analyse und Entwicklung hochkomplexer technischer Systeme und Produkte definiert und angewendet?
  • Wurde ein System-of-Systems Engineering (SoSE) Prozess zur Strukturierung dieses Mammutprojekts entwickelt, den Erfordernissen angepasst und verantwortlich umgesetzt? 
  • Wer hat in diesen Mammutprojekten in Spanien und Deutschland als Verantwortlicher oder als verantwortliche Behörde „den Hut auf“? Wer trägt die Gesamtverantwortung für diese Großprojekte in Spanien und in Deutschland? Welche Behörde, welche Institution hat einen fachlichen Überblick über das Großprojekt? 
  • Tragen die Netzbetreiber, die Energieversorger, die Hersteller der Generatoren oder die Wirtschaftsminister mit ihren Experten und Beratern die Verantwortung? Sind sie dafür ausreichend fachlich qualifiziert? 
    Anm.: Um diese unklare Situation einer Klärung zuzuführen, werden ich im Rahmen des Projekt-Assessments der Energiewende der schwarz–roten Koalition folgende Frage an unsere Wirtschaftsministerin richten: In welchem Technologie-Reifegrad TRL befindet sich aktuell das deutsche Energiesystem? 
  • Wie sind diese Verantwortlichkeiten in der EU im Rahmen des „Green Deals“ europaweit organisiert?
  • Kontrolliert in Deutschland z. B. der TÜV das Großprojekt „Energiewende“ in einem Umfang, wie es in Branchen im regulierten Umfeld z. B. in der Medizintechnik vorgeschrieben ist und dort seit Jahrzehnten praktiziert wird? 
    Anm.: Kein Verkehrsflugzeug, kein Pkw, kein Kraftwerk und kein Produkt der Medizintechnik darf ohne diese Prüfung in den Verkehr gebracht werden. In einem schweren Schadensfall wird geprüft, ob dem Produkt die Zulassung entzogen werden muss.
    Vor diesem Hintergrund leitet sich für mich die Frage ab: 
    Wird bei der Transformation des deutschen Energiesystems die "Regulatorische Compliance" hinterfragt, deren Einhaltung in Branchen im regulierten Umfeld wie der Energietechnik vorgeschrieben ist?  

Die Beantwortung dieser Fragen ist m. E. besonders deshalb von großer Relevanz, da in Deutschland bei politikgetriebenen Großprojekten wie der Energiewende die Methode Trial and Error landesweit praktiziert wird. Somit geht man davon aus, das Zusammenwirken hochkomplexer Systeme wie die Energieversorgung eines Industrielandes durch Versuch und Irrtum also durch „Ausprobieren“ in unzähligen Reallaboren entwickeln zu können. Bei der Bewertung der Managementkompetenz der Ampelregierung bin ich mit Bezug auf die Kraftwerksstrategie von Herrn Habeck auf diesen Aspekt etwas ausführlicher eingegangen (siehe Kraftwerksstrategie der Ampelkoalition). 

Zum Thema Komplexität ein paar grundsätzliche, ganz praktische Überlegungen aus Sicht eines Risikomanagers (der kein Energie- oder Kraftwerksexperte ist):
Der Blackout in Spanien ist meines Erachtens u. a. eine Folge der Tatsache, dass die beiden stromerzeugenden Basistechnologien, einerseits steuerbare, grundlastfähige Kern-, Kohle- oder Gaskraftwerke und andererseits volatile vom Wetter abhängige Stromerzeugungssysteme basierend auf Wind und Sonneneinstrahlung miteinander nicht ausreichend kompatibel sind. Das heißt, ein störungsfreier Betrieb kann aktuell in Ländern mit einem vergleichbaren Energiemix nicht oder nur mit einem äußerst hohen Aufwand gewährleistet werden. Kompensiert werden diese Betriebszustände, häufig am Rande des Zusammenbruchs der Energieversorgung, durch kostspielige Redispatch-Maßnahmen, die vom Steuerzahler oder Stromkunden finanziert werden müssen.
Anmerkung zur Komplexität: Allein in Deutschland gab es im Juli 2025 4,2 Millionen installierte Photovoltaikanlagen unterschiedlichster Größe, unterschiedlichster Hersteller und unterschiedlichstem Entwicklungsstand ihrer Komponenten. Diese Anlagen reichen von kleinen Anlagen auf Balkonen bis hin zu großen Freiflächenanlagen, was zu einer großen Bandbreite der installierten Leistung führt. 
Die Zahl der Windkraftanlagen in Deutschland belief sich Ende 2023 auf insgesamt 30.243, davon 28.677 an Land und etwa 1.566 auf See.
Daraus schließe ich: Die Kombination steuerbarer, grundlastfähiger für den Dauerbetrieb vorgesehene Kraftwerke mit einer Vielzahl stromerzeugender „Zufallsgeneratoren“ führt zu einer Komplexität des Gesamtsystems, das technisch nicht in vollem Umfang beherrscht wird. Somit kann eine störungsfreie funktionale Verknüpfung dieser unterschiedlichen Systeme aktuell nicht ausreichend gewährleistet werden. 
Die sichere funktionale Verknüpfung dieser beiden grundsätzlich sehr unterschiedlichen Stromerzeugungssysteme mit ihren sehr unterschiedlichen physikalischen Eigenschaften und technischen Lösungen und dies in Kombination mit einer äußerst anspruchsvollen systemübergreifenden analogen/digitalen Steuerungs-, Regelungs- und Messtechnik, dürften von einer stabilen, funktionsfähigen Produktreife weit entfernt sein. 
Aus Sicht des Risikomanagements dürfte außerdem besonders gravierend sein, dass bisher auf eine systematische Störgrößenanalyse des Gesamtsystems und seiner Subsysteme anscheinend weitgehend verzichtet wurde. 
Fazit: Das Gesamtsystem der Energieversorgung in Deutschland und in Teilen Europas befindet sich durch den forcierten Ausbau der erneuerbaren Energien und dem übereilten Rückbau steuerbarer, grundlastfähiger Kraftwerke in einem Betriebszustand, der als extrem „störgrößenanfällig“ einzuschätzen ist. 
Daraus folgt, dass wir uns zur Beantwortung von Fragen, die sich aus dem Störfall „Blackout“ ergeben, in den Bereich der Grundlagen- und Anwendungsorientierten Forschung dieser Technologie begeben müssen (siehe Grafik). 

Also auf die Frage: Wo stehen wir wirklich im Großprojekt „Energiewende Deutschland“? kann derzeit kein Experte eine belastbare Antwort geben! Und dieser gravierende Missstand wird sich in einem überschaubaren Zeitraum auch nicht ändern!

Da müssten doch bei sämtlichen Investoren die Alarmglocken schrillen!

Kein Startup mit diesen Merkmalen wäre unter diesen Bedingungen förderungswürdig. Das gilt anscheinend nicht für das größte Projekt der deutschen Nachkriegsgeschichte. Anscheinend stehen Steuergelder unbegrenzt für Subventionen und potenzielle Fehlinvestitionen zur Verfügung. 
Ein Zeitrahmen zur Klärung dieser grundsätzlichen Fragestellungen zur Lösung der aktuellen technischen und wirtschaftlichen Probleme ist aus heutiger Sicht nicht definierbar. 
Diese Einschätzung erfolgt auch vor dem Hintergrund, dass in Deutschland politikgetriebene Großprojekte (wie schon mehrfach erwähnt) in der Regel auf Basis der Methode Trial and Error abgewickelt werden, also schlicht und einfach durch „Ausprobieren“. Und dieses „Ausprobieren“ komplexer Lösungsansätze erfolgt nicht in Industrie- oder Forschungslaboren, sondern landesweit in unzähligen Reallaboren. Deutschland dürfte das größte Reallabor der Welt sein! 

Die Bürgerinnen und Bürger, der Mittelstand und die Industrie werden als Testpersonen und Versuchsobjekte benutzt und damit dem vollen Risiko des Misslingens dieser Vorhaben ausgesetzt. 
Im Falle eines längeren Stromausfalls kann dieses Risiko in einem Materialschaden in nicht bezifferbarer Größenordnung oder einem Schaden an Leib und Leben bestehen. 
Darüber hinaus müssen die betroffenen „Testpersonen“, also die Bevölkerung und die Mittelständler dieses „Ausprobieren“ von Experimenten zur Energieversorgung auch noch selber finanzieren! 
Herr Habeck hat ganz offen eingeräumt, dass er mit dem Heizungsgesetz die Bevölkerung „testen“ wollte, inwieweit sie bereit ist, die Kosten für den Klimaschutz zu tragen!
Wer übernimmt die Verantwortung und Haftung für solch ein unüberlegtes, risikobehaftetes Vorgehen und dessen negative Folgen?

Der bisherige Wirtschaftsminister Habeck hat die Verantwortung für sein Tun nicht übernommen, obwohl er genau dieses unverantwortliche Vorgehen propagiert hat, indem er „voll ins Risiko“ gegangen ist (siehe Motivation zur Durchführung dieser Initiative und Kraftwerksstrategie der Ampelkoalition).
Schon bei wesentlich überschaubareren Großprojekten in Deutschland, wie z. B. dem BER oder Stuttgart21 hat Deutschland der Welt demonstriert, welches Optimierungspotenzial im Hinblick auf die Managementkompetenz von politikgetriebenen Großprojekten in unserem Land vorhanden ist! 
Ein prozessübergreifendes Projekt- und Risikomanagement, geschweige denn eine übergeordnete, zu Ende gedachte Strategie zur Lösung der Energiewende, sind nicht zu erkennen. 

Es ist einfach skandalös mit welcher Unverantwortlichkeit und Inkompetenz diese Projekte in Deutschland vorangetrieben werden. Koste es was es wolle! Die steuerzahlenden Bürgerinnen und Bürger und die nachwachsenden Generationen zahlen die Zeche für dieses Missmanagement.


Nun zur Frage: 
2. Ist ein vergleichbarer Blackout wie in Spanien auch in Deutschland möglich?

Meine Antwort aus Sicht des Risikomanagements: 
Vor dem Hintergrund, dass Spanien mit einem vergleichbaren Energiemix und Vorgehen wie Deutschland die Transformation in einer Art landesweitem Großversuch zu lösen versucht, kann man sicher folgendes konstatieren: Bezogen auf das mangelhafte Großprojektmanagement und wenig abgestimmte Engineering in Verbindung mit einem nicht ausreichenden Controlling ist in Deutschland ein vergleichbarer Blackout wie in Spanien auch möglich. Allerdings ist Deutschland von einer größeren Zahl von Nachbarstaaten umgeben, die im Notfall aushelfen können. 
(Stand September 2025)

Folgende Dokumente verantwortlicher deutscher Behörden unterstützen meine Risikoeinschätzung in wichtigen Punkten: 

  • Seitens des Bundesrechnungshofes unter der Leitung von Herrn Scheller (CDU-Mitglied): 
    Der Titel der Veröffentlichung eines Sonderberichts zum Stand der Energiewende im März 2024 lautet: Energiewende nicht auf Kurs: Nachsteuern dringend erforderlich 
    Details sind dem Bericht zur Umsetzung der Energiewende im Hinblick auf die Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit und Umweltverträglichkeit der Stromversorgung zu entnehmen.
  • Seitens der Bundesnetzagentur unter der Leitung von Herrn Müller (Mitglied der Grünen) im September 2025: 
    - Ein Zitat aus der Pressemitteilung zur Veröffentlichung des Versorgungssicherheitsmonitorings im Sinn einer Zusammenfassung durch Herrn Müller:
    „Die Stromversorgung ist auch in Zukunft sicher, wenn zusätzliche steuerbare Kapazitäten errichtet werden. Unser Monitoring unterstreicht die Bedeutung der von der Bundesregierung geplanten Kraftwerksstrategie. Die weiteren notwendigen Kapazitäten sollten über einen Kapazitätsmechanismus1) bereitgestellt werden. Außerdem ist es wichtig, dass immer mehr Stromverbraucher flexibel auf Strompreise reagieren. (PDF).
    Anmerkung zum Begriff Kapazitätsmechnismus1) am Ende der Seite. 
    - Der Systemstabilitätsbericht 2025
    Ein Zitat aus der Zusammenfassung: Den beschriebenen Stabilitätsaspekten liegen spezifische Problemstellungen zugrunde. Ihnen gemein sind zunehmende Leistungstransite2) inklusive einer Höherauslastung des Netzes sowie die sich massiv verändernde Erzeugungs-, Last- und Übertragungsstruktur. Vor diesem Hintergrund und auf Basis der beschriebenen Ergebnisse ist festzustellen, dass ein stabiles Systemverhalten im untersuchten Zeithorizont ohne weitere Maßnahmen zur Deckung der Systembedarfe nicht sichergestellt werden kann.
    Anmerkung zum Begriff Leistungstransite2) am Ende der Seite.
  • Seitens des Wirtschaftsministeriums der Schwarz-Roten Koalition unter der Leitung von Frau Reiche (CDU-Mitglied) im September 2025: 
    Pressemitteilung des Wirtschaftsministeriums zum Monitoringbericht zur Energiewende:
    Zitat aus der Pressemitteilung: „Der Ausbau der Erneuerbaren Energien ist zweifellos ein großer Erfolg – heute stammen schon fast 60 Prozent unseres Stroms aus Wind, Sonne und Co. Dennoch: die Energiewende steht an einem Scheideweg. Damit sie gelingt, müssen Verlässlichkeit, Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit und Kostentragfähigkeit des Energiesystems für unseren Wirtschaftsstandort ins Zentrum rücken. Denn nur mit sicherer, sauberer und bezahlbarer Energie können wir Arbeitsplätze sichern, Wettbewerbsfähigkeit erhalten und sozialen Zusammenhalt stärken. Wir brauchen jetzt eine ehrliche Bestandsaufnahme. Die Energiewende kann nur durch mehr Pragmatismus und Realismus gelingen. Energiepolitische Entscheidungen dürfen keine Fehlinvestitionen oder Überregulierung erzeugen, sondern müssen auf Markt, Technologievielfalt und Innovation setzen. So schaffen wir die Basis für eine Energiewende, die nicht nur klimaneutral macht, sondern auch krisenfest, wirtschaftlich tragfähig und für alle verlässlich bleibt“. 
    Die zehn wirtschafts- und wettbewerbsfreundlichen Schlüsselmaßnahmen des Wirtschaftsministeriums im Detail siehe BMWE - Klimaneutral werden - wettbewerbsfähig bleiben (PDF).

Diese vier Beiträge aus dem regierungsnahen Umfeld zeigen beispielhaft, in welchem Status und mit welcher Ergebnisqualität (Grad der Zielerreichung) sich das Großprojekt „Energiewende Deutschland“ aktuell befindet. 
Das politikgetriebene Großprojekt „Energiewende Deutschland“ weist nach mehr als 16 Jahren Energiepolitik unterschiedlicher Koalitionen einen Reifegrad auf, der für den Exportweltmeister vergangener Jahre beschämend ist. 

Gespiegelt an den Anforderungen und Bewertungskriterien der Initiative check-energiewende.de sieht die Bilanz wie folgt aus: 

1. Grundsätzliche Anforderung: 
Eine stabile, grundlastfähige Stromversorgung muss an 365 Tagen im Jahr und 24 Stunden am Tag sichergestellt werden. 

2. Eine Kraftwerksstrategie muss mit anderen Strategien, die die Sektoren Strom, Wärme und Mobilität betreffen, widerspruchsfrei verträglich sein. Eine durchgängige Kompatibilität ist zu gewährleisten (d. h. die technischen Lösungen müssen störungsfrei miteinander funktionieren).

3. Folgende Kriterien zur Bewertung der Ergebnisqualität der bisherigen Energiewende sind aus Sicht von check-energiewende.de relevant:

1. Machbarkeit 
2. Finanzierbarkeit
3. Wirtschaftlichkeit
4. Wettbewerbsfähigkeit
5. Versorgungs- und Funktionssicherheit
6. Umweltverträglichkeit
7. Nachhaltigkeit
8. Terminierbarkeit
9. Technologie- und Innovationsoffenheit
10. Akzeptanz durch Prozessbeteiligte
11. Einhaltung der "Regulatorischen Compliance" 

Die „rot“ markierten Kriterien sind bisher mit Blick auf die Anforderungen der Industrie, der Mittelständler und der Bürgerinnen und Bürger nicht ausreichend realisiert worden. Der Grad der Zielerreichung wichtiger Kriterien zur Bewertung des Großprojekts „Energiewende Deutschland“ ist, Stand September 2025, insgesamt als mangelhaft zu bewerten. 
Die Strategie des bisherigen Wirtschaftsministers Robert Habeck „voll ins Risiko“ zu gehen, hat wesentlich zu diesem Ergebnis beigetragen (siehe auch Bewertung der Kraftwerksstrategie der Ampelkoalition).

Vor diesem Hintergrund kann man heute feststellen: 
Die Erfolgsaussichten, dass die von der Politik vorgegebenen Ziele zu den vorgesehenen Terminen erreicht werden können, sind praktisch gleich null! Somit ist das Risiko zu scheitern sehr hoch.
Die Wahrscheinlichkeit, dass sich andere Industriestaaten dem deutschen Sonderweg der Energiewende anschließen werden, kann man als nahezu aussichtslos einstufen. 
 

3. Welche Schlussfolgerungen können Mittelständler und Bürgerinnen und Bürger in Deutschland aus dem Blackout in Spanien ziehen, um daraus Konsequenzen für ihr eigenes Risikomanagement abzuleiten? 

Der Blackout in Spanien ist meines Erachtens das Ereignis, das man als „the last call“ für die deutsche Energiewende im übertragenen Sinn verstehen kann. 
Das Vorhaben, die Stromversorgung einer Industrienation im Wesentlichen über Sonne und Wind zu realisieren, kann bezogen auf die Terminvorgaben der Politik bereits jetzt als gescheitert betrachtet werden. 
Der spanische Blackout ist aus meiner Sicht der finale Appell, zu Vernunft und Rationalität im Großprojekt Energiewende Deutschland zurückzukehren!
Sollte dies nicht geschehen, ist eines absehbar: 
Die verantwortlichen Minister in der Schwarz-Roten Koalition werden alsbald „Ersatzszenarien“ und „Ersatzprozesse“ unter einem enormen Zeitdruck entwickeln müssen, um weiteren Schaden von Deutschland abzuwenden! 
Diese Phase dürfte noch unstrukturierter und chaotischer verlaufen als die bisherige. 

Bürgerinnen und Bürger sowie der Mittelstand sollten vor diesem Hintergrund ihre Investitionsentscheidungen sehr gründlich bezüglich potenzieller Risiken prüfen! 

Denn die gravierenden Probleme, die wir mit der Energieversorgung aktuell in Deutschland haben, sind nur ein Vorgeschmack auf die Probleme, Risiken und Missstände, die sich mittel- und langfristig ergeben. Insbesondere wenn wir den hier betrachteten Sektor Strom zukünftig noch stärker mit den beiden Sektoren Wärme und Mobilität funktional verknüpfen, wie es von unseren regierenden Parteien angestrebt wird. Denn durch dieses Vorhaben erhöht sich die Komplexität des Gesamtsystems nochmals drastisch. 

Die Einschätzungen und Bewertungen von Bundesrechnungshof, Bundesnetzagentur, Wirtschaftsministerium und der Initiative check-energiewende.de weisen prinzipiell in die gleiche Richtung (siehe Bewertungskriterien check-energiewende.de). 

 

4. Von Merkel bis Merz: Sind unsere Regierungspolitiker lernfähig?

Anhand des folgenden Beispiels, können sich die Nutzer dieser Website ihre eigene Meinung über die Erfolgsaussichten des deutschen Wegs der Energiewende und die Lernfähigkeit unserer Regierungspolitiker bilden. 

Es geht in diesem Beitrag um die Energiewende auf der Insel El Hierro, die zu Spanien gehört! 
Die Insel El Hierro ist die kleinste Kanarische Insel und ein ideales Gebiet zur Durchführung eines Energiewendeprojekts mit dem Ziel, die Energieversorgung einer Insel zu 100% auf erneuerbare Energien umzustellen. 
Auf der Insel gibt es weder Industrie noch einen produzierenden Mittelstand. Hier gibt es nur den üblichen Inseltourismus und die ansässige einheimische Bevölkerung, die vom Tourismus lebt, in Summe ca. 7000 Inselbewohner. 
Der Wind weht stetig und die Sonne scheint so gut wie ungestört, zumindest am Tage. Ideale Bedingungen also für die Erprobung einer Energiewende, die sich zu 100% auf erneuerbare Energien stützt. 
Die Energiewende auf der Insel El Hierro kann somit beinahe unter „Laborbedingungen“ als ein nicht allzu großes Projekt professionell gemanagt werden. Somit ist es ein begrüßenswertes Vorhaben mit Demonstrationscharakter! 
Es sei erwähnt, dass das Projekt im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit auf Grund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert wurde. 
Das folgende Video der Deutschen Welle DW zeigt den Stand des Projekts im Jahre 2017 ca. drei Jahre nach Projektstart (Titel des Beitrags Ökostrom auf El Hierro). Das Entwicklungsziel der 100%igen Nutzung erneuerbarer Energien konnte innerhalb dieser drei Jahre nicht realisiert werden. Seit 2017 sind inzwischen acht Jahre vergangen.
Wie ein aktueller Beitrag vom 27. August 2025 in einem Online Magazin für die Kanaren zeigt, sind in diesen acht Jahren, die Entwicklungsziele immer noch nicht erreicht worden. Die Dieselaggregate müssen weiterhin regelmäßig zugeschaltet werden, um die Energieversorgung der kleinen Insel rund um die Uhr sicherzustellen. So werden auch elf Jahre nach Projektstart im August 2025 weniger als 50% der erforderlichen Energie aus den Alternativen Wind und Sonne erzeugt. Die Kosten für die Energiewende auf EL Hierro belaufen sich auf 83 Mill. Euro, 20 Mill. mehr als erwartet. Die Hälfte dieses Betrags sind EU Subventionen. Die Stromrechnungen für die Inselbewohner haben sich zwischenzeitlich drastisch erhöht (Details siehe Erneuerbare Energieerzeugung auf El Hierro). 

Dieses Insel-Projekt wurde von der Regierung Merkel gefördert. Zwölf Jahre später bestimmt wieder ein CDU Kanzler, Herr Merz, die Richtlinien der Energiepolitik. Die Wähler und Steuerzahler in Deutschland können sich nun zu Recht die Frage stellen: 
1. Lernen unsere Politiker aus Projekten, die sie vor Jahren mit unseren Steuergeldern finanziert haben? und 
2. Lernen sie aus den miserablen Ergebnissen ihrer bisherigen Energiewendepolitik, um Schlussfolgerungen für ihr zukünftiges Handeln zu ziehen? 

Nach zwölf Jahren forcierter Energiewende von Merkel bis Merz ist die Ergebnisqualität des bisher Erreichten als mangelhaft einzustufen mit dramatisch negativen wirtschaftlichen Auswirkungen für das ganze Land und seine Menschen! 
Eine grundsätzliche Entspannung, geschweige eine Verbesserung der jetzigen Situation ist bei Fortsetzung des deutschen Wegs der Energiewende nicht zu erwarten! Die Bewertungen der aktuellen Situation durch Bundesrechnungshof, Bundesnetzagentur und Bundeswirtschaftsministerium sind dramatisch. 
Vor dem Hintergrund der Vernichtung von Arbeitsplätzen regt sich auch in den Gewerkschaften Widerstand. 
So schlugen z. B. im Juli 2025 die IGBCE (Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie) gemeinsam mit ostdeutschen Betriebsräten in einem Schreiben an den Bundeskanzler Alarm: Es ist 5 nach 12 - deshalb Industriearbeitsplätze JETZT! 
Im August erklärte der IGBCE-Chef Vassiliadis vor Journalisten „Die Hoffnung auf wirtschaftliche Besserung hat sich zerschlagen“ . Im September 2025 nahm der IGBCE-Chef zum Monitoringbericht von Frau Reiche Stellung: „Eine Minute vor zwölf in der Realität angekommen“.

Wenn Herr Merz und seine Regierungsmannschaft nicht alsbald das Ruder herumreißen und zu einer vernünftigen Energiepolitik zurückkehren, die den Arbeitnehmern, dem Mittelstand und der Industrie dient, dann sollte sich unser Bundeskanzler nicht wundern, wenn er seiner Fraktion in nicht allzu ferner Zukunft folgendes verkünden muss: „Zu meinem Bedauern muss ich ihnen leider mitteilen, nun ist nicht nur „Links“ vorbei“! 

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung, wird die Initiative check-energiewende.de das weitere Vorgehen der neuen Schwarz-Roten Koalition motiviert begleiten. Die Arbeitsergebnisse der Koalition werden aus Sicht des Risikomanagements unter dem Kosten / Nutzen Aspekt und der Ergebnisqualität ihrer Aktivitäten bewertet. Dabei werden die Interessen des Mittelstands und der Bürgerinnen und Bürger besonders berücksichtigt (siehe Projekt-Assessment der Energiewende der schwarz-roten Koalition). 

Erläuterungen:
1) Kapazitätsmechnismus: Kapazitätsmechanismen ermöglichen es Kraftwerken, bei Bedarf für die Stromerzeugung zur Verfügung zu stehen. Im Gegenzug erhalten diese Kraftwerke Zahlungen. Diese Kapazitätszahlungen kommen zu den Einnahmen hinzu, die die Kraftwerke durch den Verkauf von Strom auf dem Energiemarkt erzielen.
2) Leistungstransite: Der Begriff bezieht sich auf die Leistungsübertragung in einem Stromnetz. Genauer gesagt, beschreibt er die Menge an elektrischer Energie, die über das Netz transportiert wird. Eine zu hohe Leistung kann zu Problemen wie Spannungsinstabilität oder Netzüberlastung führen, was durch Maßnahmen wie Einspeisemanagement oder gezieltes Abregeln erneuerbarer Energien reguliert werden muss...

Achtung: Aufgrund der zwischenzeitlich eingetretenen Ereignisse wird die Analyse der Projektrisiken der 
"Energiewende-Deutschland" im September 2025 wie folgt neu gegliedert:  
- Risikoanalyse für die Kraftwerksstrategie der Ampelkoalition 
- Blackout in Spanien im April 2025 - the last call 
- Projekt-Assessment der Energiewende der schwarz-roten Koalition: "Sag, was du tust, tue, was du sagst, und beweise es"!         

 

© Urheberrecht. Alle Rechte vorbehalten.

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.